Die Chronik der Unsterblichen 1 – Am Abgrund

Inhalt

Andrej Delãny kehrt nach einem schweren Verlust an seinen Geburtsort zurück. Er möchte kein unnötiges Aufsehen erregen, da er aufgrund einer Tat in der Vergangenheit gesucht wird und die Leute ihn erkennen könnten. Er merkt allerdings bald, dass der Ort wie leergefegt ist und sich keine Menschenseele mehr dort befindet. In der Burg findet er die Antwort auf die mysteriösen Umstände. Säuberlich aufgereiht findet er sehr viele tote Menschen, die im Dorf wohnten. Wie es aussieht wurden sie regelrecht hingerichtet. Nach einiger Zeit stösst Andrej auf einen Jungen namens Frederic. Wie es scheint ist er der einzige, der dem traurigen Schicksal entkommen ist. Andrej ist entfernt mit Frederic verwandt, da sie den gleichen Nachnamen tragen. Er hat Mitleid mit dem Jungen und zieht mit ihm zusammen los. Die beiden wollen den Übeltätern folgen, die das Massaker veranstaltet haben und anscheinend einige Gefangene genommen haben. Die Reise führt sie quer durch Transsilvanien vorbei an den verschiedensten Gefahren. Andrej erfährt bald, was er wirklich ist und zu was er fähig ist.

Zitate

Seite 5: Ein dünner Ast peitschte in sein Gesicht und hinterliess einen blutigen Kratzer auf seiner Wange. Die Wunde war nicht tief und würde so schnell heilen, wie alle anderen Verletzungen, die er sich im Laufe seines Lebens zugefügt hatte.

Die ersten Sätze des Buches und gleich eine wichtige Bemerkung, die später im Verlauf der Geschichte immer wieder auftaucht: Andrejs Körper heilt anscheinend schneller als er es sollte. Erst ganz am Schluss erfährt man die Ursache dieser merkwürdigen Tatsache. Der Leser, der wissen will, was Andrej genau ist und was seine Fähigkeiten sind, wird bis zum Ende geschickt ans Buch gebunden und kann nicht mehr aufhören zu Lesen.

Seite 129: Für einen Moment war Andrej einfach nur glücklich. Er warf sich mit weit ausgebreiteten Armen auf Frederic, riss ihn vollends zu Boden und rollte lachend und prustend mit ihm durch die Brandung. Alle Sorgen fielen von ihm ab. Indem er Frederic umarmte und lachend und ausgelassen mit ihm durch den Sand rollte, war es, als fliesse ein Teil der jugendlichen Kraft und Energie der Knaben in ihn selbst.

Ganz am Anfang erfährt man von Andrejs traurigem Schicksal. Er hat einige geliebte Menschen verloren; darunter auch sein Sohn, den er nicht selber grossgezogen hat. In Frederic sieht er so etwas wie den Sohn, den nie wirklich hatte. Er scheint den Jungen zu lieben und fühlt sich verpflichtet, für ihn zu sorgen. Im nächsten Zitat ist allerdings die andere Seite der Beziehung zwischen Andrej und Frederic ersichtlich.

Seite 151: „Ich habe dir gesagt, dass ich den Mann gesehen habe, der meinen Vater und die anderen umgebracht hat! Er kann noch nicht weit sein! Wir können ihn einholen!“ […] Andrej riss endgültig der Geduldsfaden. Er packte Frederic erneut bei den Schultern, riss ihn herum und schüttelte ihn so heftig, dass die Zähne des Jungen aufeinanderschlugen. „Jetzt hör mir mal zu!“ sagte er wütend. Er schrie fast. „Wenn du glaubst, es sei so leicht, ein Leben zu nehmen, dann täuscht du dich!“

Andrej versucht Frederic klarzumachen, was es bedeutet, einem Menschen das Leben zu nehmen. Es verfolgt einen das ganze Leben lang und man trägt eine Last mit sich. Frederic scheint das allerdings nicht zu verstehen. Mit seiner sturen Art hört er nicht gerne auf andere. Andrej fürchtet, dass Frederic sich niemals ändern könnte und ein schlechter Mensch werden könnte.

Eigene Meinung

„Am Abgrund“ war das erste Buch von Wolfgang Hohlbein, das ich gelesen habe. Komischerweise habe ich zuvor noch nie von ihm gehört. Eigentlich sehr schade, da er ein sehr begabter Autor zu sein scheint. Er hat Spass am Schreiben und hat nicht das Geld als Motivation. Das wirkt sich sicher postitiv auf seine Werke aus und unterscheidet ihn von vielen anderen Autoren.

Am Anfang erfährt man auf langatmige Weise einiges über den Protagonisten Andrej und es passiert nur wenig bedeutendes. Die Geschichte entwickelt sich aber zu einem echten Pageturner, als Andrej und Frederic losziehen, um die Männer zu finden, die ihr Dorf ausgelöscht haben. Bald sind sie beiden nicht mehr diejenigen, die verfolgen, sondern die, welche verfolgt werden. Maria, die junge Dame, an der Andrej offensichtlich Gefallen gefunden hat, wurde geschickt in die Geschichte eingebaut. Erzählt wird in der auktorialen Perspektive und der Schreibstil ist recht einfach gehalten.

Daten

  • Autor – Wolfgang Hohlbein
  • Seitenzahl – 359
  • Veröffentlichung – 1999
  • ISBN Nummer – 3802526082

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